Finnland und die Fotografie aus meiner Sicht

Grundlagen zur Panoramafotografie

Ein Panorama ist ein Rundblick und ein Panoramafoto ist ein ein aus mehreren Einzelfotos zusammengesetztes Bild mit einem grossen Bildwinkel und um so ein Bild zu erzeugen benötigt man eine Panoramasoftware.
Auch für die Aufnahme gibt es einige Eigenheiten. Was man so beachten sollte habe ich unten mal zusammengeschrieben.
Empfehlen möchte ich an dieser Stelle den Panoramaworkshop auf Lichtografien.de

Die Darstellungsformen

Zylindrische Projektion

Wir stellen uns dabei vor, dass wir in einem Zylinder stehen und uns einmal um unsere eigene Achse drehen. Die Bildausschnitte, die wir sehen, setzen wir aneinander und haben ein Panorama. Das Problem ist nur, dass die Objekte, die wir sehen unterschiedlich weit von unseren Standort entfernt sind. Unser Auge gleicht das aus, ein Objektiv aber nicht, es kommt also zu Verzerrungen.
Wenn man diesen Zylinder aufschneidet und abrollt, kommt es zu Abrundungen an den Bildrändern, die mit der Brennweiterverringerung des Ojektives zunehmen. Die Kamera sollte senkrecht zum Horizont stehen und der Horizont mittig duch das Bild laufen. Der vertikale Bildwinkel sollte 120° betragen, also 60° nach unten und 60° nach oben.

In dieser Art kann man dann kleinere Flächenpanoramen erstellen, die in der Bildbreite horizontal bei 200° liegen sollten.

Sphärisches Panorama, auch Kugelpanorama genannt

Hier stehen wir in einer Kugel und drehen uns mehrmals um unsere eigene Achse und lassen den Blick von unten nach oben rotieren, der vorletze Blick ist senkrecht in den Himmel und der letzte Blick senkrecht auf den Boden.

Aus dieser Aufnahmemöglichkeit kann dann eine planare Projektion abgeleitet werden, die zu einer geradlinigen bzw. rectlinearen Flächenprojektion führt. Für eine optimale Wiedergabe sollte der horizontale Blickwinkel bei 200° liegen.

Das ist eine gute Anwendungsmöglichkeit für Architekturfotos und unsere Megapixelfotos.

Kubisches Panorama

Hier stehen wir in einem Raum mit 4 Wänden, der Decke und dem Fußboden, wir drehen uns wieder und machen die Aufnahmen, auch die Decke und den Fussboden.

Optimal für für architektonische Innenaufnahmen. Zur Darstellung braucht man aber einen entsprechenden Viewer.

Freihand - Stativ - Panoramakopf

Vorweg die gute Nachricht, es geht ohne Stativ.

Freihandaufnahmen

Wenn die Motive weiter als 20 m vom Aufnahmestandpunkt entfernt sind, können die Aufnahmen für eine Pano aus der Hand gemacht werden, man sollte nur ein paar Sachen beachten:

1. Die Horizontlinie im Sucher immer auf gleicher Höhe.
2. Genügend Überlappung der Einzelfotos (20-40%).
3. Ruhige Bewegung, Auslösung beim ausathmen kurz vor dem einathmen die Luft anhalten und auslösen. (Das mach ich immer schon so)

Wenn das Motiv weit genug weg ist, kann man z.B. auch auf einem Kirchturm auf der Aussichtplattform rundlaufen.

Man kann sogar einen Nodalpunkt simulieren, in dem ein Lot (aus dem Baumarkt für ein paar €) mit der Schnur vorne am Objektiv befestigt über einen markierten Punkt am Boden auspendelt. Dazu braucht man aber eine liebe Hilfsperson, die uns ein wenig hin und her schiebt.

Das geht alle so lange gut bis man mit der Panoramafotografie intensiever anfängt.

Stativ mit Panoramakopf

So war es bei mir. Ich hatte mir einen Panoramakopf von Rollei zugelegt.
So weit so gut, nur auf meinem alten Stativ war das eine furchtbare Angelegenheit mit der Ausrichterei, deshalb habe  ich mir  jetzt ein neues Stativ angeschafft, dazu kommt noch ein Nivellierkopf und dann geht es richtig los. Warum ein Nivellierkopf? Wer schon mal ein Stativ ausgerichtet hat, weiss wovon ich spreche. Es ist so gut wie unmöglich durch die Beinauszugsmöglichkeit das Stativ in eine absolute Waage zu bekommen. Das geht nur mit dem Nivellierkopf, der in einer Halbkugel nach allen Richtungen justierbar ist.

Objektive

Es eignen sich alle Objektive vom Fisheye bis zum Tele. Es kommt nur darauf, was man will, deshalb ein paar Empfehlungen:

1. - Für Kugelpanoramen eignet sich Superweitwinkel- und Fisheye-Objektive besonders gut. Die Panosoftware kann ein gutes Rundumpanaorama erstellen, wenn die Überlappung groß denug ist. Diese Panos werden hauptsächlich in speziellen Viewer dargestellt, in denen man immer nur einen kleinen Ausschnitt sieht, deshalb ist die Auflösung zweitrangig.

2. - Für die zylindrische Projektion kann man auch Weitwinkelobjektive benutzen. Vorteil bei einzeiligen Aufnahmen ist, man hat genug Fleisch zu beschneiden.

3. - Wenn keine sich bewegende Objekte im Nahbereich, also Fahrzeuge und Personen, vorhanden sind und das Motiv relativ weit entfernt ist, sollte man auf langbrennweitige Objektive wechseln. Man erhält dann auch eine höhere Auflösung.

Ein wenig aufpassen muss man bei Zoomobjektiven, nicht alle sind panoramatauglich, wenn Motive im Nachbereich und im Fernbereich aufgenommen werden. Da kommen wir aber bei der Nodalpunktbestimmung noch näher drauf zurück.

Bildgestaltung - Bildaufbau - Aufnahmetechnik

Auch bei der Erstellung von Panoramabildern sollte man die Regeln zum Bildaufbau beachten und das Pano regelrecht komponieren.
Es geht ja eigentlich um ein Weitwinkelbild, es sollte eine Weiträumigkeit mit unverbauter Sicht simulieren, eine gleiche Helligkeit und hohe Schärfentiefe haben.

Belichtung

Da gibt es zwei Lager, die einen sind für die automatische und die anderen für die manuelle Belichtungssteuerung. Aus meiner Sicht haben beide Recht, man sollte das aber nicht zu dogmatisch sehen, denn die Panosoftware ist in der Lage Belichtungsunterschiede auszugleichen.
Egal für welche Variante man sich entscheidet, zwei Parameter müssen fixiert werden.

1. Weissabgleich - Automatik aus und aus eine fixe Farbtemperatur einstellen. (Wenn in RAW aufgenommen wird, kann man das auch hinterher machen).

2. ISO-Empfindlichkeit fixieren, keine ISO-Automatik aktivieren!

Das bedeutet jetzt aber nicht, das die Kamera auf Automatik gestellt wird, sondern die Belichtungssteuerung auf eine dieser beiden Möglichkeiten eingestellt wird:

A. - Manuell
Blende vorwählen und die Belichtungszeiten für die Aufnahmen ausmessen und dann einen Mittelwert einstellen.

B. - Zeitautomatik
Blende vorwählen, die Belichtungszeit steuert die Kamera

Anmerkung: Ich habe meine Kamera auf mittenbetonte Messung eingestellt und die Messfeldgröße auf INTEGRAL (Die Matrixmessung benutze ich nie!)

Blende und Entfernung

Diese beiden Parameter entscheiden über die Schärfentiefe. Ich empfehle mit der Blende 8 die Hyperfokaldistanz für das eingesetze Objektiv zu suchen. Die Hyperfokaldistanz ist die Entfernungseinstellung mit der vom Vordergrund bis unendlich alles scharf aufgezeichnet wird. Die erforderliche Einstellung bekommt ihr aus dem Internet.

Für meine Nikon D300 und 17mm Brennweite des Tamron 17-35 ergeben sich folgende Werte

Blende: 8
Entfernung 20m eingegeben, somit ist
Hyperfokaldistanz: 1,82 m
Schärfentiefe von 0,91 m bis unendlich

Blende: 4
Entfernung 20m eingegeben, somit ist
Hyperfokaldistanz: 3,63 m
Schärfentiefe von 1,815 m bis unendlich

Ich stelle immer an diesem Objektiv die Entfernung mit 3 m ein, bei 17 mm  Brennweite.

Wichtig: Autofokus abstellen und die Entfernung manuell auf die Hyperfokaldistanz einstellen

Standort wählen

Es gibt dafür auch keine feste Regeln. Oftmals kollidieren bei einem Panorama übliche Vorschläge zum Bildaufbau und zur Aufnahmetechnik. Mal gibt es Sensorflecken und Überstrahlungen, mal ist keine Struktur im Bild, weil es wolkig ist. Mal sind Motive im Vordergrund sehr eindrucksvoll, mal kommt es gerade dadurch zu Parallaxenfehler. Mal bringen Personen im Bild eine Bereichrung, mal stören sie und es entstehen wieder Parallaxenfehler. Bei erhöhtem Standpunkt spielt das Wetter eine wichtige Rolle, ist die Sicht klar um Details im Hintergrund zu betonen, oder ist Nebel ein Gestaltungselement.

Das wichtigste ist Zeit, gute Panoramen macht nicht mal eben so nebenbei. Das ist so ein Negativbeispiel

Sucht einen passenden Standort und macht eine Rundumsicht, oder auch nur ein Teilansicht mit der Kamera:

1. Wo ist die Sonne, gibt es Blendenflecken?
2. Motive im Vordergrund?
3. Personen unterwegs?
4. Perspektive, gibt es stürzende Linien, Verzerrungen?

Dann die erste Aufnahmenserie schiessen und gleich die zweite hinterher.

Genügend Überlappung für die Einzelbilder berücksichtig >20% <50%

Am Standpunkt stehen bleiben, bzw. das Stativ nicht verändern und die Bilder an der Kamera anschauen und ev. eine dritte oder vierte Runde fotografieren.

War das Ergebnis doch nicht gut genug, dann den Standort verändern und alles noch einmal von vorne.